Wirtschaft

Del-Vecchio-Erben weisen 30-Milliarden-Angebot von Michal Strnad für Delfin zurück

Die Familie Del Vecchio lehnt nach Medienberichten eine rund 30 Milliarden Euro schwere Offerte des tschechischen Investors Michal Strnad für die Holding Delfin ab.

Die Erben des Luxottica-Gründers Leonardo Del Vecchio haben eine rund 30 Milliarden Euro schwere Offerte des tschechischen Investors Michal Strnad für die Familienholding Delfin zurückgewiesen. Das geht aus übereinstimmenden Berichten vom 29. und 30. Oktober 2026 hervor, die sich auf namentlich nicht genannte Quellen und ein zitiertes Schreiben beziehen. Reuters berichtete darüber, italienische Medien wie La Stampa und La Repubblica griffen die Meldung auf.

Demnach soll Strnad, ein Unternehmer aus Tschechien, ein Kaufangebot für die in Luxemburg ansässige Delfin S.à r.l. vorgelegt haben. Delfin bündelt die Vermögenswerte der Familie Del Vecchio, darunter eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an EssilorLuxottica sowie weitere Engagements im italienischen Finanzsektor. Eine offizielle Bestätigung des vollständigen Angebotsdokuments liegt nicht vor; die Berichte stützen sich auf mehrere, voneinander unabhängige Quellen.

Aus dem Umfeld der Familie Del Vecchio kamen noch am 29. Oktober ablehnende Signale. In Stellungnahmen wurde betont, das Lebenswerk von Leonardo Del Vecchio solle in italienischem Einflussbereich bleiben. Namentlich genannt wurde unter anderen Leonardo Maria Del Vecchio. Konkrete Details zu einer etwaigen Gegenstrategie der Erbengemeinschaft wurden nicht veröffentlicht.

Die mögliche Übernahme hätte weitreichende Folgen für die Kontrolle über Unternehmen mit starker Präsenz in Italien. Besonders im Fokus steht EssilorLuxottica, an der Delfin eine Schlüsselbeteiligung hält. Rechtliche Hürden, etwa ausländische Investitionsprüfungen oder sektorbezogene Schutzmechanismen, wurden in den zitierten Berichten nicht abschließend dargestellt. Eine belastbare Einschätzung staatlicher Eingriffsmöglichkeiten in diesem konkreten Fall liegt derzeit nicht vor.

Hintergrund dieser Entwicklung sind interne Neuordnungen bei Delfin seit dem Tod von Leonardo Del Vecchio im Jahr 2022. Die Erbengemeinschaft arbeitet an einer Struktur, die einzelnen Erben mehr Flexibilität beim Transfer ihrer Anteile ermöglichen soll. Marktbeobachter führen das aktuelle Interesse externer Investoren auch auf diese Veränderungen zurück. Offiziell bestätigt ist bisher jedoch nur, dass es Berichte über ein Angebot Strnads gibt und dass aus der Familie Del Vecchio öffentlich Widerstand signalisiert wurde.

Formale Beschlüsse der Gesellschafter von Delfin oder veröffentlichte Vertragsunterlagen liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor. Weitere Meldungen der beteiligten Parteien oder Behörden würden die Bewertung der Transaktion maßgeblich beeinflussen. Bis dahin bleibt der Kernstand: Ein umfangreiches, aus dem Ausland stammendes Angebot ist bekannt geworden – und die Familie Del Vecchio hat es politisch wie symbolisch klar zurückgewiesen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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