Rom, 16. Oktober 2026 – Eine Störung im landesweiten Datennetz der Flugsicherungsorganisation ENAV hat am Freitagmorgen den Flugverkehr in Italien spürbar verlangsamt. Die Behörde aktivierte Ausweichsysteme und ordnete ab etwa 6 Uhr Maßnahmen der Verkehrsflusssteuerung an, um die Sicherheit des Betriebs zu gewährleisten. Von einem gezielten Angriff gehen die Verantwortlichen nach derzeitigem Kenntnisstand nicht aus.
Die Anomalie betraf die Datenübertragung zwischen Kontrollzentralen und Flughäfen. Solche Verbindungen sind für die Koordination von Starts, Landungen und Routenentscheidungen wesentlich; Einschränkungen mindern unmittelbar die Zahl gleichzeitig abwickelbarer Flugbewegungen. Laut ENAV wurden die Hauptverbindungen gemeinsam mit Technikdienstleistern schrittweise stabilisiert, die Arbeit an der vollständigen Wiederherstellung lief am Vormittag weiter.
An großen Standorten kam es zu Verzögerungen und vereinzelten Streichungen, darunter Rom-Fiumicino, die Mailänder Flughäfen mit Malpensa sowie Bergamo und der Flughafen von Bari. Betreiber und Fluggesellschaften passten Abflug- und Ankunftszeiten an und riefen Reisende dazu auf, den Status gebuchter Verbindungen direkt bei der jeweiligen Airline zu prüfen. In Terminals bildeten sich am Morgen längere Warteschlangen, die Abfertigungsraten lagen zeitweise unter dem Normalniveau.
ENAV betonte, die eingeleiteten Maßnahmen dienten der Flugsicherheit und seien als temporäre Drosselung der Kapazität konzipiert. Aussagen zu Ursachen und Verantwortlichkeiten seien erst nach Abschluss technischer Prüfungen möglich. Das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr teilte mit, es stehe in engem Austausch mit ENAV. Minister Matteo Salvini verfolge die Lage, hieß es; prioritäres Ziel sei die Stabilisierung der Netzanbindung und die geordnete Rückkehr zum Normalbetrieb.
Die Vorkommnisse fügen sich in einen breiteren europäischen Trend wachsender Abhängigkeit der Flugsicherung von digitalen Infrastrukturen. Fachleute verweisen darauf, dass robuste Redundanzen und klar definierte Notfallverfahren den Betrieb auch bei Netzproblemen aufrechterhalten können, jedoch kurzfristige Einschränkungen für Passagiere kaum vermeidbar sind. Für den laufenden Tag rechnet die Branche mit Nachwirkungen im Umlaufplan; eine belastbare Einschätzung zum Zeitpunkt vollständiger Normalisierung lag am Vormittag nicht vor.
Behördliche Angaben, Medienberichte und Hinweise der Flughäfen stimmen darin überein, dass derzeit keine belastbaren Indizien für einen Hackerangriff vorliegen. Sollten spätere Analysen Abweichendes ergeben, wollen ENAV und die zuständigen Ministerien nach eigener Aussage umgehend informieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).