Politik

Confindustria fordert in Brüssel stärkeren Europäische Union-Haushalt zur Stärkung der Industrie

Der Präsident von Confindustria, Emanuele Orsini, hat am 15. Oktober 2026 in Brüssel bei Gesprächen mit Kommissionsvertretern mehr EU-Mittel und klarere Regeln gefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Industrie zu sichern.

Kurzmeldung

Am 15. Oktober 2026 hat der Präsident des italienischen Unternehmerverbands Confindustria, Emanuele Orsini, in Brüssel gegenüber Vertretern der Europäischen Kommission für einen deutlich stärkeren europäischen Haushalt und gezielte Industriepolitik geworben. Nach Angaben der Verbandspublikation und Begleitberichten standen Treffen mit dem Vizepräsidenten der Kommission für Kohäsion und Reformen, Raffaele Fitto, sowie mit dem EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, Maroš Šefčovič, im Mittelpunkt der Visite.

Orsini machte nach seinen eigenen Angaben die steigenden Produktionskosten, insbesondere die hohen Energiepreise und die Belastungen durch das Emissionshandelssystem, zu einem Kernargument für ein stärkeres Engagement auf EU-Ebene. Confindustria fordert demnach neben zusätzlichen Mitteln für den EU-Haushalt flexiblere Beihilfe-Regelungen, Programme zur Förderung von Halbleiterproduktion, Energietechnik und industrieller Digitalisierung sowie verlässliche Vorgaben, die Investitionen mit langen Vorlaufzeiten planbar machen.

Der Verband warnte, ohne koordinierte europäische Maßnahmen drohten Italien und Europa Marktanteile gegenüber globalen Wettbewerbern zu verlieren. Orsini betonte zugleich die Bedeutung nationaler Rahmenbedingungen wie Steuern, Infrastruktur und Fachkräftesicherung für die Standortfitness italienischer Unternehmen.

Kritische Stimmen aus Wissenschaft und Teilen der Politik riefen zur Vorsicht: Staatliche Fördermittel müssten zeitlich begrenzt, zielgerichtet und an Wirksamkeitskontrollen gebunden werden. Sie verwiesen außerdem darauf, dass Wettbewerbsfähigkeit nicht allein durch Transfers entstünde, sondern auch durch Rechtssicherheit, schnellere Genehmigungsverfahren und stabile Energiepreise.

Die Gespräche in Brüssel fanden im Umfeld des außerordentlichen EU-Gipfels statt, bei dem Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Haushaltsrahmen und Binnenmarktregeln diskutiert wurden. Konkrete Beschlüsse auf EU-Ebene wurden vonseiten der Kommission im Anschluss an die Treffen nicht angekündigt. Confindustria kündigte an, die Forderungen in den kommenden Wochen weiter zu verfolgen und die Debatte in den EU-Institutionen und in Italien aktiv zu begleiten.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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