Der Präsident von Confesercenti, Nico Gronchi, hat am 10. Oktober 2026 erklärt, dass ausländische Touristinnen und Touristen im Jahr 2025 in Italien vor Ort nahezu 57 Milliarden Euro ausgegeben haben. Die Angabe stützt sich auf Branchenanalysen, die Confesercenti zusammen mit spezialisierten Forschungsstellen ausgewertet hat, und wurde am selben Tag von der Nachrichtenagentur ANSA verbreitet.
Die genannte Summe bezieht sich auf Ausgaben von Besucherinnen und Besuchern aus dem Ausland in Italien, etwa für Unterkünfte, Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebote sowie Einkäufe. Sie ist nicht mit dem Tourismussaldo der Leistungsbilanz gleichzusetzen, der gesondert erhoben wird. Nach den vorliegenden Auswertungen nahm die Ausgabenlage gegenüber 2024 weiter zu. Besonders dynamisch entwickelten sich demnach Beherbergung und gastronomische Erlebnisse, was den Aufschwung im Dienstleistungssektor untermauert.
Gronchi betonte zugleich, dass die Effekte regional und betrieblich ungleich verteilt seien. Während stark nachgefragte Städte und Küstengebiete überdurchschnittlich profitierten, meldeten kleinere und mittlere Unternehmen in weniger frequentierten Regionen anhaltenden Wettbewerbs- und Preisdruck. Für sie bleibt die Kostenentwicklung – von Energie bis Personal – ein zentrales Risiko für Margen und Investitionen.
Branchenverbände verweisen auf makroökonomische Bedeutung: Laut Federturismo Confindustria trug der internationale Besucherverkehr 2025 substanziell zur Wertschöpfung des Sektors bei und stützte das Bruttoinlandsprodukt. Einschätzungen des Centro Studi Confindustria sehen den Tourismus weiterhin als wichtigen Treiber des Dienstleistungswachstums, sofern Angebot, Infrastruktur und Qualifikation der Beschäftigten Schritt halten.
Aus den Verbandsbeiträgen leiten sich mehrere Handlungsfelder ab. Erstens wird eine stärkere Verknüpfung von Tourismuspolitik mit regionaler Entwicklung gefordert, um Nebenlagen zu stärken und Saisonalität zu dämpfen. Zweitens rücken Arbeitsbedingungen, Weiterbildung und Fachkräftegewinnung im Gastgewerbe in den Fokus, damit Qualität und Kapazitäten zur Nachfrage passen. Drittens bleibt die Modernisierung von Verkehr, digitaler Buchungsinfrastruktur und Kulturbetrieben entscheidend, um Zahlungsbereitschaft und Aufenthaltsdauer zu erhöhen. Konkrete politische Beschlüsse wurden in den zitierten Stellungnahmen jedoch nicht genannt und bleiben weiteren Datenauswertungen vorbehalten.
Der aktuelle Anlass ist die öffentliche Einordnung der Branchenzahlen durch Confesercenti am 10. Oktober 2026. Detailtabellen zu Herkunftsmärkten, Segmenten und regionalen Effekten liegen nach Verbandsangaben in den zugrundeliegenden Studien vor.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).