Der Bürgermeister von Cadoneghe (Provinz Padua), Marco Schiesaro, hat am 21. September 2026 während einer im Rathaus anberaumten Zeremonie den abschließenden Eid zur italienischen Staatsbürgerschaft für eine Bewerberin ausgesetzt. Schiesaro erklärte, die Frau marokkanischer Herkunft, die Berichten zufolge seit etwa 15 Jahren in Italien lebt und mit einem Italiener verheiratet ist, habe einfache Fragen auf Italienisch nicht verstanden und den Wortlaut des giuramento nicht eigenständig lesen oder wiederholen können. Für die übrigen Anwesenden wurde der Akt vollzogen.
Nach dem Vorfall nahm die Gemeindeverwaltung nach eigenen Angaben Kontakt mit der Prefettura di Padova auf, die in Fragen der cittadinanza zuständig ist. Aus der kommunalen Opposition kamen Vorwürfe, das Vorgehen sei rechtlich angreifbar; gefordert wird eine rasche Klärung durch die staatliche Behörde. Über den Fall berichteten zahlreiche überregionale Medien; die Darstellung Schiesaros wurde auch über seine Social-Media-Kanäle verbreitet.
Rechtlich gilt: Die Verleihung der italienischen Staatsbürgerschaft erfolgt durch die zuständige staatliche Instanz; der im Rathaus geleistete giuramento ist der formale abschließende Akt. Im Mittelpunkt der Debatte stehen zwei Fragen. Erstens: In welchem Umfang dürfen oder müssen bei der Vereidigung Sprachkenntnisse praktisch überprüft werden, obwohl sie in vorgelagerten Verfahren bereits nachzuweisen sind? Zweitens: Welche Befugnisse hat ein Bürgermeister, wenn er Zweifel an den Voraussetzungen hegt – darf er die Zeremonie nur vertagen und die Prefettura informieren, oder kann er den Vollzug faktisch verweigern?
Vertreter anderer Gemeinden im Raum Padua betonen, der Bürgermeister erfülle bei der Vereidigung in der Regel eine exekutive Rolle, während die Prefettura die inhaltliche Prüfung der Aktenverläufe verantwortet. Aus juristischer Sicht dürfte daher entscheidend sein, ob die Aussetzung als vorübergehende Maßnahme zur Einholung von Klarstellungen zu werten ist oder als unzulässige Verzögerung einer bereits getroffenen staatlichen Entscheidung.
Mögliche Folgen sind eine Prüfung durch die Prefettura di Padova, präzisere Vorgaben für die Durchführung von Vereidigungen sowie eine breitere Diskussion über Integrationsangebote und Sprachförderung. Datum, Ort und beteiligte Institutionen sind öffentlich dokumentiert; eine endgültige rechtliche Einordnung des Vorgangs steht aus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).