Lombardei

Bormio: Umwidmung regionaler Mittel stoppt Tangenzialina – Verbände fordern verbindlichen Schutz der Piana dell’Alute

Italia Nostra und das lokale Comitato fordern nach der Umwidmung regionaler Mittel die formelle Streichung der Tangenzialina aus Planungen und eine verbindliche Sicherung der Piana dell’Alute als Grün- und Überschwemmungsfläche.

Kurzmeldung

Italia Nostra (Sektion Sondrio) und das Comitato a tutela dell’Alute haben am 15. Oktober 2026 auf die jüngste Umwidmung regionaler Mittel reagiert und die verbindliche Sicherung der Piana dell’Alute gefordert. Die Verbände begrüßen, dass Gelder, die zuvor für die sogenannte Tangenzialina vorgesehen waren, laut regionalen und lokalen Berichten auf andere Straßenprojekte umgelenkt werden. Sie betonen jedoch, dass eine Mittelverschiebung keinen formalen Verzicht auf das Projekt ersetzt und verlangen deshalb konkrete Beschlüsse zur dauerhaften Sicherung der Fläche.

Die Initiativen fordern drei konkrete Maßnahmen: Erstens das Stralcio, also die formelle Streichung der Tangenzialina aus den Plänen des Comune di Bormio und aus regionalen Programmvorgaben. Zweitens die Herausnahme des Projekts aus dem Programm der Regione Lombardia zur Mobilität und zu Infrastrukturmaßnahmen. Drittens verlangen sie einen strukturierten Dialog zwischen Kommune, Region, Grundeigentümerinnen und -eigentümern sowie Fachbehörden, um landschafts- und wasserrechtliche Schutzinstrumente verbindlich zu verankern.

In den verfügbaren Dokumenten und Presseberichten wird die Piana dell’Alute als ökologisch wertvoller Talboden und natürlicher Rückhalteraum beschrieben. Befürworterinnen und Befürworter der Tangenzialina hatten wiederholt auf örtliche Verkehrsengpässe verwiesen; Gegnerinnen und Gegner warnten vor dauerhaften Eingriffen in ein sensibles Überschwemmungsgebiet. Nach heutigem Kenntnisstand liegt keine formelle, rechtskräftige Entscheidung zum endgültigen Stralcio auf Gemeinde- oder Regionalebene vor. Die Umwidmung von Mitteln wurde in regionalen Mitteilungen bestätigt, gilt aber rechtlich nicht als Streichung des Vorhabens.

Rechtliche Schritte – darunter frühere und mögliche künftige Verfahren vor dem Tribunale Amministrativo Regionale (TAR) Lombardia – bleiben Bestandteil des Konflikts. Für eine dauerhafte Lösung halten die Verbände verbindliche kommunale und regionale Beschlüsse sowie gegebenenfalls Schutzverfügungen für nötig. Der Fall betrifft primär die Gemeinde Bormio in der Provinz Sondrio; überregionale Bedeutung könnte er erlangen, wenn die Auseinandersetzung Präzedenzwirkung für Landschafts- und Infrastrukturplanung in der Lombardei entfaltet.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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