Emilia-Romagna

Bologna: Kollektive versammeln sich in besetzter Fakultät zum Gedenken an Fakir

In der via Zamboni 38 in Bologna läuft heute eine Versammlung unter dem Motto „Verità e giustizia per Abderrahim Fakir“. Die Universität Bologna verweist auf fehlende Genehmigungen, die Behörden bereiten ein Sicherheitskonzept vor.

In Bologna versammeln sich am Samstag, 12. September 2026, Aktivistinnen und Aktivisten im Dipartimento di Lettere in der via Zamboni 38. Unter dem Motto „Verità e giustizia per Abderrahim Fakir“ sind Arbeitsgruppen, eine Plenarversammlung, eine Spendensammlung für Angehörige sowie ein abendliches Solidaritätskonzert angekündigt. Nach Angaben der Organisierenden ist die Fakultät besetzt. Die Universität Bologna, offiziell Alma Mater Studiorum, betonte indessen, dass bis zum Freitag keine formelle Raumanfrage beim Rektorat vorgelegen habe. Rektor Giovanni Molari verwies auf den Unterschied zwischen genehmigten studentischen Initiativen und nicht autorisierten Besetzungen.

Die Sicherheitslage wird von den Behörden eng begleitet. Nach vorangegangenen Abstimmungen koordiniert die Questura di Bologna den Einsatz in Absprache mit Präfektur und Universitätsleitung, um Störungen zu verhindern und Zugänge zu sichern. Ob und in welcher Form alle Programmpunkte umgesetzt werden können, hängt von den laufenden Entscheidungen der Verwaltung und dem Verlauf vor Ort ab.

Auslöser der Mobilisierung ist der Tod von Abderrahim Fakir am 19. Juli 2026 im Bologneser Stadtteil Pilastro. Nach übereinstimmenden Medienberichten starb der 43-Jährige während eines polizeilichen Eingriffs. Die Procura di Bologna ermittelt, ordnete eine Autopsie an und wertet Video- und Zeugendokumente aus. Erste ärztliche Untersuchungen, über die italienische Agenturen berichteten, schließen Vorschäden am Herzen aus; endgültige rechtsmedizinische Befunde stehen aus. Die Ermittlungen laufen, Schuldzuweisungen sind bisher nicht belegt.

Der Fall hat eine landesweite Debatte über Polizeieinsätze, Transparenz und Verantwortung ausgelöst. Bürgerrechtsgruppen und migrantische Initiativen sehen die heutige Versammlung als kollektiven Trauer- und politischen Forderungsakt. Konservative Politikerinnen und Politiker drängen hingegen auf ein konsequentes Vorgehen gegen Besetzungen und die strikte Einhaltung universitärer Regeln. Die Stadtspitze signalisiert Gesprächsbereitschaft, verweist aber auf die Zuständigkeit der Alma Mater Studiorum für den Hochschulbetrieb und der Staatsanwaltschaft für das Strafverfahren.

Fakten, Zuschreibungen und Bewertungen sind zu trennen: Fest steht, dass die Versammlung in der via Zamboni 38 öffentlich ausgerufen ist. Ihr Ablauf bleibt von behördlichen Auflagen abhängig. Die Forderungen nach „Wahrheit und Gerechtigkeit“ für Abderrahim Fakir sind Positionen der Organisierenden. Zu den Todesumständen ermittelt die Procura di Bologna; belastbare Ergebnisse liegen bislang nicht vor.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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