Wirtschaft

Assogasliquidi warnt auf Ecomondo vor Abzug von Investitionen in verflüssigtes Biomethan

Auf der Messe Ecomondo in Rimini forderte Assogasliquidi rasch klare Regeln und Anreize, um Abwanderung von Investitionen im Bereich verflüssigtes Biomethan zu verhindern.

Assogasliquidi hat auf der Umweltmesse Ecomondo in Rimini vor einer Abwanderung von Investitionen im Sektor des verflüssigten Biomethans gewarnt. Bei einer von Federchimica organisierten Veranstaltung am 4. November forderte der Verband klare nationale Regeln, vereinfachte Zertifizierungen und gezielte Anreize, damit in Italien aufgebaute Kapazitäten wirtschaftlich genutzt und nicht ins Ausland verlagert werden.

Als zentrales Hindernis nannte die Branche uneinheitliche Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene. Benötigt werde Rechtssicherheit zur Anrechenbarkeit biogener Moleküle im EU-Emissionshandel sowie eine eindeutige Einordnung in sektorspezifische Initiativen wie FuelEU Maritime. Ohne Klarstellungen und Übergangsregeln sei zu erwarten, dass Anbieter ihr Material dorthin liefern, wo Zertifizierungswege, Nachfrage und Preisprämien derzeit günstiger sind.

Der Verband verwies auf die in Italien geschaffene Infrastruktur und Wertschöpfungskette: In den vergangenen Jahren seien Tank- und Umschlagpunkte aufgebaut worden; öffentliche Mittel – unter anderem aus dem PNRR – hätten die Entwicklung des Marktes für verflüssigtes Biomethan unterstützt. Damit diese Investitionen Wirkung entfalteten, brauche es aus Sicht der Unternehmen drei Hebel: erstens die Vereinfachung administrativer Zertifizierungsverfahren entlang der Lieferkette; zweitens die zügige Umsetzung eines Dekrets zur Verteilung eines nationalen Fonds zur Erneuerung von Nutzfahrzeugflotten, mit einem Mindestanteil für Fahrzeuge mit verflüssigtem Biomethan; drittens steuerliche Entlastungen und Zuschüsse für Transportunternehmen, ergänzt um reduzierte Mautgebühren in einer Übergangsphase.

Teilnehmende verwiesen zudem auf laufende europäische Überprüfungen, etwa bei Durchführungsregeln zur Erneuerbaren-Richtlinie, und forderten, diese so auszugestalten, dass italienische Kompetenzfelder erhalten bleiben. Genannt wurden unter anderem Verfahren der Virtual Liquefaction sowie Expertise bei der Zertifizierung biogener Moleküle. Die Firmen sehen darin einen industriellen Vorteil, der ohne verlässlichen Rahmen in andere EU-Länder oder Drittstaaten abwandern könnte.

Konkrete Regierungsentscheidungen zu den Forderungen lagen zum Redaktionsschluss nicht vor. Aus Regierungskreisen war lediglich zu hören, man beobachte die Marktentwicklung und die europäischen Dossiers. Assogasliquidi bewertete die Lage als zeitkritisch: Ohne planbare Regeln und gezielte Nachfrageimpulse drohten aus Sicht der Branche ein Investitionsstopp und ein Verlust bereits aufgebauter Kapazitäten. Die Messe Ecomondo diente damit nicht nur als Schaufenster für Technologien, sondern auch als Anlass, regulatorische Weichenstellungen für einen jungen, aber strategisch relevanten Industrieteilsektor einzufordern.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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