In Assisi ist am 18. September 2026 das Projekt „Leggere i siti del Patrimonio UNESCO in Italia“ offiziell präsentiert worden. Die Veranstaltung in der Sala della Conciliazione des Palazzo dei Priori richtete sich vor allem an Oberstufenschülerinnen und -schüler; nach regionalen Berichten nahmen rund 120 Jugendliche aus Umbrien teil. Anlass war das 25-jährige Jubiläum der UNESCO-Anerkennung der Stadt.
Träger des Vorhabens sind die Commissione Nazionale Italiana per l'UNESCO und das Centro per il libro e la lettura, das dem Ministero della Cultura untersteht. Das Projekt erschließt Italiens Welterbestätten über literarische Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Herzstück sind ein in sechs Sprachen edierter Band – Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und Chinesisch – sowie eine digitale Plattform mit Karten, Podcasts, Videos und Unterrichtsmaterialien. Nach Angaben der Organisatoren wurde die Publikation über einen öffentlichen Förderwettbewerb des Centro per il libro finanziert.
Vertreterinnen der Commissione betonten in Assisi den Bildungsauftrag: Jüngere Generationen sollten für historische Tiefe und kulturelle Vielfalt der Welterbestätten sensibilisiert werden. Zugleich solle das Material Lehrkräfte bei der Verknüpfung von Literatur und Denkmalvermittlung unterstützen. Diese Zielsetzung wurde im Jubiläumskontext Assisis ausdrücklich hervorgehoben.
Das Projekt ist bereits an mehreren Orten vorgestellt worden, zuletzt in Florenz im Rahmen der Bildungsmesse Didacta. Zudem gab es Fachkontakte mit internationalen Delegationen, darunter aus China. Damit verfolgen die Träger das Ziel, die Inhalte über Italien hinaus bekannt zu machen.
Offen bleibt, in welchem Umfang die Materialien verbindlich in Schulcurricula einfließen. In Fachkreisen wird die Frage diskutiert, wie dauerhaft digitale Angebote in der Schulpraxis verankert werden können und wie ihre Wirksamkeit gegenüber analogen Formaten zu bewerten ist. Konkrete Evaluationsdaten zur Nutzung der Plattform oder zur pädagogischen Wirkung haben die Verantwortlichen bislang nicht veröffentlicht.
Mit der Präsentation in Assisi setzt die staatlich geförderte Kulturvermittlung einen weiteren Akzent im Bereich der Literatur- und Denkmalpädagogik. Der Erfolg des Projekts wird wesentlich davon abhängen, ob Lehrkräfte die Angebote im Unterricht aufgreifen und ob die digitale Infrastruktur langfristig gepflegt und aktualisiert wird. Für die beteiligten Institutionen ist die Verbindung von nationaler Bildungsarbeit und internationaler Sichtbarkeit ein strategisches Ziel – Assisi lieferte dafür einen symbolträchtigen Rahmen.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).