Wirtschaft

Asien treibt das Exportwachstum und Italien sucht neue Märkte

Neue Zahlen von Confindustria zeigen: In der ersten Jahreshälfte 2026 kam fast das gesamte Exportwachstum aus Asien. Rom setzt daher stärker auf Diversifizierung und Exportförderung.

In der ersten Hälfte 2026 entfielen laut Confindustria rund 90 Prozent der weltweiten Exportzuwächse auf Asien; Europas Beitrag sei „praktisch null“ (Bericht vom 16. September 2026). Die Verschiebung des Schwerpunkts im Welthandel ist Anlass für eine forcierte Neuausrichtung der italienischen Exportstrategie auf zusätzliche Märkte jenseits der Europäischen Union.

Hintergrund und Maßnahmen: Das italienische Außenministerium verweist auf einen seit 2025 laufenden „Piano d’Azione per l’Export“, mit dem Markteintritte erleichtert und das „Made in Italy“ international sichtbarer gemacht werden sollen. Außenminister Antonio Tajani hat das Ziel bekräftigt, die Ausfuhren deutlich zu steigern und das System Italien im Auslandsgeschäft schlagkräftiger aufzustellen. Die staatliche Exportkreditagentur SACE ergänzt in ihrer „Mappa dell’Export 2026“, dass sich zuletzt in mehreren asiatischen und nahöstlichen Märkten zusätzliche Chancen ergeben haben. Instrumente sind unter anderem Wirtschaftsmessen und -foren, Kredit- und Versicherungsangebote sowie gezielte Unternehmensmissionen, etwa in die Golfstaaten, nach Ägypten und nach Brasilien.

Interessen und Folgen: Für Italien birgt der neue Auftrieb in Asien Risiken und Potenziale. Der Wettbewerb auf dynamischen Märkten verschärft sich, zugleich öffnen sich große Abnehmerländer mit robustem Nachfrageprofil. Rom verfolgt deshalb das Doppelziel, die Abhängigkeit von traditionellen EU-Partnern zu reduzieren und neue Absatzkanäle in Asien, Lateinamerika und im Golfraum zu erschließen. Unterstützt werden sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die bei Finanzierung, Risikoabsicherung und Marktzugang staatliche Flankierung benötigen.

Zuschreibungen und offene Punkte: Die Angaben zur Konzentration des Exportwachstums auf Asien stammen von Confindustria (16. September 2026). Hinweise auf den staatlichen Aktionsplan und dessen Fortschreibung finden sich in Veröffentlichungen des Ministero degli Affari Esteri aus August und September 2026. Wie schnell und in welchem Umfang italienische Firmen – vor allem aus Nord- und Mittelitalien – in den neuen Zielmärkten Marktanteile gewinnen, bleibt ungewiss. Entscheidend werden Kosten- und Technologieposition, Wechselkursentwicklung, Transportkosten sowie geopolitische Risiken sein.

Die aktuelle Datenlage dokumentiert eine klare Verlagerung der Handelsdynamik zugunsten Asiens. Italiens Antwort – Diversifizierung, stärkere staatliche Begleitung und finanzielle Absicherung – ist folgerichtig, um Exportvolumen und Wertschöpfung mittelfristig zu stabilisieren. Ob daraus spürbare Beschäftigungs- und Investitionsimpulse in Schlüsselbranchen entstehen, lässt sich erst mit detaillierten Sektor- und Unternehmensdaten der kommenden Quartale beurteilen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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